Mautkosten in Europa 2026: Alle Länder im Vergleich

Die Mautkosten für LKW variieren in Europa erheblich – zwischen wenigen Cent und über 60 Cent pro Kilometer. Für Spediteure und Disponenten ist dieser Vergleich entscheidend: Die Wahl der Route kann die Transportkosten um Hunderte Euro beeinflussen.

Alle Preise beziehen sich auf einen 40-Tonnen-Sattelzug mit 5 Achsen und Euro-6-Motor (CO₂-Klasse 1) – die in Europa häufigste Fahrzeugkategorie.

Mautkosten-Karte Europa 2026

Die Karte zeigt den geschätzten mittleren Mautsatz je Land (€/km für einen 40-Tonner, Euro 6). Die Werte wurden mit dem TollCalc-Mautrechner anhand repräsentativer Inlandsstrecken berechnet und sind Richtwerte – je nach konkreter Route, Achszahl und Emissionsklasse können die Kosten abweichen.

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Mautkosten je Land 2026 – mittlerer €/km-Satz für einen 40-Tonnen-Sattelzug (Euro 6, CO₂-Klasse 1). Über ein Land hovern, um Name, Mautsatz und den Anteil der Maut an den Transportkosten zu sehen (Basis: 40-t-Sattelzug, ~1,02 €/km variable Kosten ohne Maut).
mautfrei ≤ 0,10 €/km ≤ 0,20 €/km ≤ 0,30 €/km ≤ 0,45 €/km > 0,45 €/km

Die teuersten Länder sind Österreich (≈0,54 €/km), die Schweiz (≈0,55 €/km) und Ungarn (≈0,49 €/km) – die günstigsten sind die mautfreien Länder (Finnland, Schweden, Baltikum, Großbritannien) sowie Polen (≈0,12 €/km).

Die teuersten Mautländer in Europa

1. Schweiz – ca. 0,55 €/km

Die Schweiz erhebt mit der LSVA (leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe) eine der teuersten Mauten Europas – sie gilt gewichtsabhängig auf dem gesamten Straßennetz, nicht nur auf Autobahnen. Für einen 40-Tonner kommen so rund 0,55 €/km zusammen – deutlich mehr als in Deutschland. Dazu kommt die Vignettenpflicht für Fahrzeuge bis 3,5 t.

2. Österreich – 0,54 €/km

Österreich gehört zu den teuersten Mautländern Europas. Das Go-Box-System (ASFINAG) erfasst LKW auf fast allen Autobahnen und Schnellstraßen. Hinzu kommen Sondermautstrecken wie der Arlbergtunnel oder der Brenner. Ein 40-Tonner auf der Strecke Wien–Salzburg (ca. 300 km) zahlt rund 170 €.

3. Ungarn – ca. 0,49 €/km

Ungarn liegt mit dem HU-GO-System ebenfalls im roten Bereich: Der e-Toll-Tarif für einen 40-Tonner auf Autobahnen erreicht rund 0,49 €/km – teurer als Deutschland. HU-GO ist vollständig elektronisch und gilt für alle Fahrzeuge über 3,5 t.

4. Deutschland – 0,35–0,52 €/km

Seit Einführung der CO₂-Komponente im März 2024 ist Deutschland deutlich teurer geworden. Der Grundtarif für einen 5-achsigen Euro-6-LKW liegt bei 0,348 €/km; mit CO₂-Aufschlag (Klasse 1) steigt er auf bis zu 0,52 €/km. Die Strecke Berlin–München (ca. 600 km) kostet ca. 207 €.

5. Frankreich – ca. 0,30 €/km

Frankreich ist besonders komplex: Das Autobahnnetz ist in dutzende Konzessionsabschnitte aufgeteilt, die von verschiedenen Betreibern (APRR, ASF, SANEF, SAPN, COFIROUTE u. a.) betrieben werden. Im Durchschnitt zahlt ein 40-Tonner ca. 0,13–0,45 €/km.

6. Italien – ca. 0,29 €/km

Das italienische Konzessionssystem (u. a. Autostrade per l'Italia) erhebt im Schnitt rund 0,29 €/km – je nach Abschnitt und Betreiber zwischen 0,23 und 0,38 €/km.

7. Belgien – ca. 0,24 €/km

Das belgische Viapass-System gilt für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf Autobahnen und wichtigen Nationalstraßen. Mit rund 0,24 €/km liegt Belgien im oberen Mittelfeld – bei relativ kurzen Durchfahrtsstrecken (Land ist klein).

8. Tschechien – ca. 0,23 €/km

Das tschechische Mautsystem (MYTOCZ) erfasst Autobahnen und ausgewählte Erstklassstraßen elektronisch. Mit ca. 0,23 €/km ist Tschechien moderat. Auf der Strecke Berlin–Prag (ca. 100 km auf tschechischem Gebiet) zahlt ein 40-Tonner rund 22 €.

9. Niederlande – ca. 0,16–0,21 €/km

Die Niederlande betreiben seit Juli 2026 ein kilometerbasiertes Mautsystem (Vrachtwagenheffing). Der Tarif für schwere LKW (Euro 6, CO₂-1) liegt bei rund 0,20 €/km – vom 1.9. bis 31.12.2026 gilt jedoch −22,3 % (ca. 0,16 €/km), ab 1.1.2027 +2,6 % (ca. 0,21 €/km). Hamburg–Amsterdam (ca. 165 km Mautstrecke in den Niederlanden) kostet rund 33 € (im Rabattzeitraum ca. 26 €).

Mittelfeld: Portugal und Slowenien

Portugal – ca. 0,20 €/km

Portugal erhebt über das Via-Verde-System rund 0,20 €/km für schwere LKW auf Autobahnen – moderat, aber höher als in Osteuropa.

Slowenien – ca. 0,24 €/km

Das slowenische DarsGo-System liegt mit ca. 0,24 €/km im europäischen Mittelfeld – es ist vor allem für Transitfahrten Richtung Kroatien und Griechenland relevant.

Die günstigsten Mautländer

Finnland – 0,00 €/km (mautfrei) 💡 Geheimtipp

Finnland erhebt keine Schwerlastmaut. LKW jeder Größe können das finnische Straßennetz kostenfrei nutzen – weder auf Autobahnen noch auf Nationalstraßen fallen Mautgebühren an. Finnland gehört damit zu den wenigen europäischen Ländern ohne streckenbezogene LKW-Maut – ein erheblicher Kostenvorteil für Transporte in den Norden.

Polen – ca. 0,12 €/km

Polen bietet mit dem e-TOLL-System eines der günstigsten Mautsysteme Europas. Nur Teile des Autobahnnetzes sind mautpflichtig, der Rest ist frei. Auf der Strecke Berlin–Warschau (ca. 460 km in Polen) zahlt ein 40-Tonner nur rund 55 € – deutlich weniger als in Deutschland.

Vollständiger Ländervergleich (40t, 5 Achsen, Euro 6)

Land €/km (ca.) System Mautpflichtige Straßen Details
Schweiz ~0,55 LSVA (Gewichtsabhängig) Alle Straßen Mautregeln CH
Österreich ~0,54 Free-Flow (Go-Box) Fast alle Autobahnen Mautregeln AT
Ungarn ~0,49 Electronic (HU-GO) Autobahnen Mautregeln HU
Deutschland 0,35–0,52 Free-Flow (Toll Collect) Autobahnen + Bundesstraßen Mautregeln DE
Frankreich 0,13–0,45 Mautschranken (Konzessionen) Gebührenpflichtige Autobahnen Mautregeln FR
Italien ~0,29 Mautschranken (Konzessionen) Autobahnen Mautregeln IT
Belgien ~0,24 Free-Flow (Viapass) Autobahnen + Nationalstraßen Mautregeln BE
Slowenien ~0,24 Mautschranken Autobahnen Mautregeln SI
Tschechien ~0,23 Electronic (MYTOCZ) Autobahnen + 1. Klasse Mautregeln CZ
Portugal ~0,20 Electronic (Via Verde) Autobahnen Mautregeln PT
Slowakei ~0,19 Electronic Autobahnen Mautregeln SK
Niederlande ~0,16–0,21 Electronic (Vrachtwagenheffing; −22,3 % bis 12/2026, +2,6 % ab 2027) Autobahnen Mautregeln NL
Norwegen ~0,14 Electronic (Bombring) Autobahnen + Tunnel Mautregeln NO
Dänemark ~0,14 Electronic (Vejafgift) Autobahnen Mautregeln DK
Kroatien ~0,12 Mautschranken Autobahnen Mautregeln HR
Polen ~0,12 Electronic (e-TOLL) Teile des Autobahnnetzes Mautregeln PL
Bulgarien ~0,14–0,21 km-basiert (TOLL, >3,5 t; Vignette ≤3,5 t) Autobahnen + I./II. Klasse Mautregeln BG
Spanien ~0,09 Konzessionsautobahnen Ausgewählte Autobahnen Mautregeln ES
Rumänien ~0,04 TollRo (km-basiert, ab 10/2026) Autobahnen + Nationalstraßen Mautregeln RO
Schweden ~0,02 Electronic Ausgewählte Abschnitte Mautregeln SE
Finnland 0,00 – Keine LKW-Maut Mautregeln FI
Großbritannien 0,00 – Keine km-Maut (nur HGV-Levy) Mautregeln GB

Detaillierte Tarife, Tarifzonen und aktuelle Regelungen für jedes Land finden Sie direkt in den verlinkten Mautregeln – dort sind alle Gewichtsklassen, Achszahlen und Emissionsklassen aufgeschlüsselt.

Praxisbeispiele für typische Routen

Route Länder Mautkosten (ca.)
Berlin → Warschau DE + PL 33 € + 27 € = 60 €
Hamburg → Wien DE + CZ + AT 183 € + 82 € + 39 € = 304 €
Berlin → Prag DE + CZ 82 € + 23 € = 105 €
München → Paris DE + FR 112 € + 101 € = 213 €
Hamburg → Amsterdam DE + NL 104 € + 32 € = 136 €

Tipp: Die Wahl der Route kann Hunderte Euro sparen. Die Strecke Berlin–Warschau kostet trotz ähnlicher Entfernung wie Berlin–München nur rund ein Drittel der Maut – weil Polen deutlich günstigere Tarife hat als Deutschland.

Warum die Unterschiede so groß sind

1. Finanzierungsmodell: In Polen trägt der Staat einen Großteil der Straßenfinanzierung. In Frankreich oder Italien haben private Betreiber Milliarden investiert und amortisieren diese über Mautgebühren.

2. Klimapolitik: Deutschland hat 2024 eine CO₂-Komponente eingeführt, die die Maut für Diesel-LKW um bis zu 50 % erhöht hat. Andere Länder bieten Emissionsrabatte, aber keine so starke Spreizung.

3. Infrastrukturdichte: Länder mit dichterem, teurem Straßennetz (Österreich: viele Tunnel und Gebirgsstrecken) kalkulieren höhere Unterhaltskosten ein.

Mautentwicklung: Der Trend

Die LKW-Maut steigt europaweit – aus zwei Gründen: Inflation und Klimapolitik. In Deutschland hat die Einführung der CO₂-Maut 2024 den Preis für Euro-6-LKW um rund 65 % erhöht. Österreich und andere Länder planen ähnliche Maßnahmen bis 2026/2027.

Für Spediteure bedeutet das: Genaue Mautkalkulation ist kein Nice-to-have mehr, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit.

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→ Zum kostenlosen LKW-Mautrechner | Mautregeln je Land