Mautänderungen in Europa: Alle Anpassungen 2025–2027 im Überblick

Mautsätze sind kein statisches Datum. Jedes Land passt seine Tarife regelmäßig an – meist zum Jahreswechsel, manchmal aber auch mitten im Jahr. Wer quer durch Europa fährt, muss daher immer mit den aktuellen Sätzen kalkulieren. Dieser Artikel fasst alle bekannten Mautanpassungen zusammen: die jüngsten Änderungen, die aktuell geltenden Sätze und die bereits angekündigten zukünftigen Anpassungen.

Gut zu wissen: TollCalc pflegt das Regelwerk laufend. Änderungen werden bereits vor ihrem Inkrafttreten in die Mautregeln eingebaut und automatisch angewendet, sobald sie gelten.

Unsere Quellen & Faktencheck: Maut-Änderungen in ganz Europa indexieren wir fortlaufend in unserem eigenen News-Aggregator news.tollcalc.eu. Alle dort gesammelten Meldungen prüfen wir regelmäßig nach: Wir suchen die zugehörige Primärquelle (Behörde oder Mautbetreiber), verifizieren die Angaben und aktualisieren bei Bedarf die Mautregeln. Dieser Artikel fasst den jeweils aktuellen Stand zusammen.

🇷🇴 Rumänien: TollRo ersetzt die Rovinieta ab 1. Oktober 2026

Die wichtigste Änderung des Jahres: Ab 1. Oktober 2026 ersetzt Rumänien die zeitbasierte Rovinieta für alle Fahrzeuge über 3,5 t durch das kilometerbasierte System TollRo – nach EU-Vorbild (Richtlinie 2022/362). PKW und leichte Nutzfahrzeuge unter 3,5 t bleiben bei der klassischen Rovinieta.

So funktioniert TollRo

TollRo = Einheitstarif (lei/km inkl. MwSt.) × gefahrene Kilometer. Der Tarif hängt ab von Fahrzeugkategorie, Straßentyp und EURO-Emissionsklasse:

  • Auf Nationalstraßen gilt 50 % des Autobahn-/Schnellstraßen-Tarifs
  • Euro IV–V: +15 % gegenüber Euro VI · Euro 0–III: +30 %
  • Jährliche Anpassung im Dezember (Inflationsrate)

Offizielle Tarife (lei/km, inkl. MwSt., ab 1.10.2026)

Kategorie Autobahn Euro VI / V-IV / 0-III Nationalstraße Euro VI / V-IV / 0-III
Kat. III (>12 t) 0,48 / 0,55 / 0,62 0,24 / 0,28 / 0,31
Kat. II (7,5–12 t) 0,29 / 0,33 / 0,37 0,14 / 0,16 / 0,19
Kat. I (3,5–7,5 t) 0,17 / 0,19 / 0,22 0,08 / 0,10 / 0,11

Bezahlung: Routenticket, App „eTarife" (CNAIR) oder OBU (SETRo, EETS-fähig ab 15.01.2027). Kontrolle ist vollautomatisiert (Kennzeichenkameras/OBU); Nichtzahlung ist eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld.

Übergangsregelung: Rovinieta nach EURO-Klasse ab 1. Juli 2026

Bereits ab 1. Juli 2026 wurde die Rovinieta nicht mehr pauschal, sondern nach EURO-Emissionsklasse berechnet („polluter pays", EU-Vorgabe):

  • Tarifbasis: Elektro/Euro VI · Euro V–IV: +15 % · Euro III–0: +30 %
  • Der 7-Tage-Tarif entfällt zugunsten von 10 Tagen
  • Beispiel PKW: Jahresrovinieta Euro III–0 steigt von ~253 Lei auf ~330 Lei

Für LKW gilt diese Übergangsregel nur bis zum 30. September 2026 – danach übernimmt TollRo.

TollCalc-Tipp: TollCalc hat die TollRo-Regeln mit plannedTripStart eingebaut – berechnen Sie Ihre Route mit dem gewünschten Fahrtdatum und erhalten Sie automatisch das zum Zeitpunkt gültige Regelwerk (Rovinieta vor dem 1.10., TollRo danach).

🇳🇱 Niederlande: Rabatt bis Ende 2026, +2,6 % ab Januar 2027

Die Niederlande haben zum 1. Juli 2026 die Vrachtwagenheffing eingeführt – eine streckenbasierte LKW-Maut für Fahrzeuge über 3,5 t auf Autobahnen und Schnellstraßen. Seitdem gab es mehrere Tarifperioden:

Zeitraum Sätze
1.7.2026 – 31.8.2026 Ursprüngliche Sätze 2026 (0,113–0,487 €/km je nach Gewichts- und Emissionsklasse)
1.9.2026 – 1.1.2027 22,3 % Rabatt auf alle Sätze (temporäre Entlastung wegen gestiegener Kraftstoffkosten)
ab 1.1.2027 +2,6 % Indexierung gegenüber den regulären 2026-Sätzen; offiziell: Diesel >32 t (Euro 6) 20,6 ct/km, E-LKW 4,0 ct/km. Endgültige Beträge werden im September/Oktober 2026 in der Staatscourant festgesetzt.

Neuerungen in den Tariftabellen

Mit der Einführung der Vrachtwagenheffung wurde in den Tabellen die Klasse EURO 6+ aufgenommen – die Bezeichnung für künftige Euro-7-LKW. Sie ist nur minimal günstiger als Euro 6 (0,001–0,004 €/km). Da es noch keine Euro-7-LKW auf der Straße gibt, ist für heutige Fahrzeuge weiterhin Euro 6 die günstigste Klasse. Die Zusatzmauten (A24 Blankenburgtunnel, Westerscheldetunnel) sind von der Änderung nicht betroffen.

Beispielrechnungen (40 t, Euro 6, CO₂-Klasse 1)

Strecke NL-Maut-Strecke Bisher (bis 31.8.) Neu (ab 1.9.) Ersparnis
Rotterdam → Duisburg 155 km 31,19 € 24,23 € 6,96 €
Amsterdam → Düsseldorf 172 km 28,63 € 22,25 € 6,38 €
Rotterdam → Hamburg 199 km 40,05 € 31,12 € 8,93 €
Antwerpen → Groningen 265 km 50,51 € 39,25 € 11,26 €
Venlo → Amsterdam 178 km 34,67 € 26,94 € 7,73 €

🇧🇪 Belgien: CO₂-Zuschlag in Flandern seit Juli 2026

Viapass wendet seit dem 1. Juli 2026 in der Region Flandern einen Zuschlag auf die Mauttarife an, der sich nach der CO₂-Emissionsklasse des Fahrzeugs richtet:

  • Innerhalb jeder EURO-Klasse (0–6) werden fünf CO₂-Emissionsklassen gebildet
  • Euro-5- und Euro-6-LKW: Erhöhung um ca. 1–8 Cent/km je nach Gewichts- und CO₂-Klasse
  • Euro 0–4: teilweise günstigere Tarife als zuvor

In Wallonien und Brüssel gelten weiterhin die bisherigen Sätze. TollCalc bildet die regionalen Unterschiede über Geofences ab.

🇧🇬 Bulgarien: km-Maut seit Juni 2026 nach CO₂-Klasse

Bulgarien erhebt für LKW über 3,5 t seit März 2020 eine kilometerbasierte Maut (TOLL, BG Toll) auf mautpflichtigen Abschnitten von Autobahnen sowie Straßen I. und II. Klasse. Seit dem 1. Juni 2026 fließt die CO₂-Emissionsklasse in die Berechnung ein (Umsetzung der EU-Richtlinie 2022/362):

  • CO₂-Klasse 1 richtet sich weiterhin nach der EURO-Klasse (Euro VI = günstigste Stufe)
  • Klassen 2–4 (nachgewiesene CO₂-Einstufung bzw. LEV) zahlen günstigere Sätze
  • Klasse 5 (emissionsfreie LKW: Elektro/Wasserstoff) zahlt die niedrigsten Sätze
  • Vor dem 1.7.2019 erstzugelassene LKW werden automatisch CO₂-Klasse 1 zugeordnet; Fahrzeuge der Klassen 2–4 werden nach sechs Jahren neu bewertet

Amtliche Sätze (EUR/km inkl. MwSt.) auf der Autobahn:

Fahrzeug Euro 0–II Euro V Euro VI CO₂-Kl. 4 CO₂-Kl. 5 (E)
LKW >12 t, 4+ Achsen (40 t) 0,34 0,26 0,21 0,17 0,14
LKW >12 t, 2–3 Achsen 0,23 0,18 0,14 0,12 0,09
LKW 3,5–12 t 0,12 0,10 0,08 0,06 0,04

Auf Straßen I. Klasse gelten etwa 0,01–0,03 €/km weniger, auf Straßen II. Klasse weitere Abschläge. Fahrzeuge bis 3,5 t (inkl. Pkw) nutzen weiterhin die e-Vignette statt der km-Maut. TollCalc hat die amtlichen Tarife ab 1.6.2026 umgesetzt.

🇱🇹 Litauen: Via Toll ersetzt Vignetten ab 1. Januar 2027

Litauen stellt zum 1. Januar 2027 auf das elektronische Streckenmautsystem Via Toll (Via Lietuva/Kapsch) um – kilometerbasiert statt Vignette. Betroffen sind gewerbliche Fahrzeuge der Kategorien M2/M3 (Busse), N1 (Transporter), N2/N3 (LKW); private Pkw sind ausgenommen.

  • Bis 31.12.2026: LKW >3,5 t zahlen in Litauen keine Maut; seit 1.7.2026 werden nur noch Vignetten bis 1 Monat verkauft, alle 2026 gekauften Vignetten laufen am 31.12.2026 aus (Restwert-Erstattung vorgesehen)
  • Ab 1.1.2027: Bezahlung pro km auf dem mautpflichtigen Staatsstraßennetz (~2.800 km)
  • Amtliche Sätze (EUR/km, LTSA 30.06.2026): LKW >12 t ≤3 Achsen Euro 6: 0,111; 5-Achser (40 t): 0,118; LKW 3,5–12 t (2 Achsen): 0,074; emissionsfrei (Klasse 5): 0,098 (N3) bzw. 0,040 (N2)

TollCalc hat die Via-Toll-Sätze mit Gültigkeit ab 1.1.2027 eingebaut – für Fahrten bis Ende 2026 bleibt Litauen für LKW gebührenfrei.

🇮🇸 Island: Brückenmaut Hornafjörður seit September 2026

Mit der im Juni 2026 eröffneten neuen Ringstraße 1 (Hringvegur) um Hornafjörður hat Island eine streckenbezogene Sondermaut für den Durchgangsverkehr eingeführt. Seit September 2026 wird pro Durchfahrt der Brücke über das Hornafjarðarfljót ein Entgelt erhoben (Betreiber: Spölur ehf. im Auftrag der Straßenverwaltung Vegagerðin/IRCA).

  • Erfassung: vollautomatisch über Kennzeichenkameras an der Brücke, keine Mautstation; Abrechnung monatlich per Bankeinzug (Einzelfahrten auch auf spolur.is zahlbar)
  • Tarife pro Einzelfahrt (nach zulässiger Gesamtmasse): ≤3,5 t 1.500 ISK; >3,5–7,5 t 2.100 ISK; >7,5 t 4.500 ISK. Für Fahrzeuge ≤7,5 t gibt es Staffelrabatte (ab 2 bzw. 6 Fahrten/Monat) und eine Monatsobergrenze (18.750 bzw. 26.250 ISK); für >7,5 t gilt kein Limit.
  • Ausnahmen: Rettungs-, Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge sind befreit; emissionsfreie Fahrzeuge erhalten keinen Rabatt.
  • Die neue Straße verkürzt die Ringstraße um 12 km und die Fahrzeit um 15–20 Minuten; die Maut deckt mindestens 50 % der Projektkosten (~10 Mrd. ISK).

TollCalc hat die Brückenmaut als Sondermaut (Closed System) hinterlegt. Daneben betreibt Island seit 2018 die Maut im Vaðlaheiði-Tunnel bei Akureyri.

🇩🇪 Deutschland: Jährliche Anpassung zum 1. Januar

Die deutsche LKW-Maut wird jeweils zum 1. Januar angepasst. Die aktuell gültigen Sätze (CO₂-Klasse × Gewicht-Achs-Klasse × Euro-Schadstoffklasse) gelten seit dem 1. Januar 2026. Wichtig: Fahrzeuge der CO₂-Klasse 5 (emissionsfrei) sind bis 30. Juni 2031 von der Maut befreit.

🇦🇹 Österreich: GO-Maut zum 1. Januar – Landesmaut & Brenner in Diskussion

Die ASFINAG passt die GO-Maut-Tarife jeweils zum 1. Januar an – zuletzt zum 1. Januar 2026. Unterjährige Änderungen gibt es nicht.

Drei Entwicklungen beobachten wir:

  • Verheimlichte Studie zur flächendeckenden Landesstraßen-Maut (29.08.2026): Die steirischen Grünen haben per Informationsfreiheitsgesetz eine zehn Jahre unter Verschluss gehaltene Studie (2014/15, im Auftrag aller Landesverkehrsreferenten) veröffentlicht. Ergebnis: Eine LKW-Maut auf allen Landes- und Gemeindestraßen (>3,5 t) sei machbar und sinnvoll – Vorbild Schweiz (LSVA auf dem gesamten Netz). Veranschlagte Einnahmen: 650 Mio. €/Jahr österreichweit (Betriebskosten 73 Mio. €), allein in der Steiermark 120 Mio. €. Bereits damals wären ~2 % weniger LKW-Kilometer und max. +0,15 % VPI bei vollständiger Weitergabe erwartet worden. Eine Umsetzung ist noch nicht beschlossen, aber die Studie liefert den fachlichen Unterbau für eine mögliche Landesstraßen-Maut.
  • Burgenland (Stand 09/2026): Die ursprünglich für 1.1.2027 geplante regionale LKW-Maut (Jahresgebühr 650–1.000 € für Fahrzeuge >3,5 t auf Teilen von B16, B61a, B63 und B50) ist vom Tisch. Stattdessen will das Land den Transit mit strengeren Fahrverboten, einer Absenkung der Gewichtsgrenze von 7,5 t auf 3,5 t und drei ausgewiesenen Transitkorridoren (A4, S7, B61a/S31) steuern. Für den B61a-Abschnitt Rattersdorf–S31 wird weiterhin eine Maut nach dem ASFINAG-Modell geprüft – Betrag und Starttermin sind offen; lokale Be- und Entladefahrten bleiben voraussichtlich ausgenommen.
  • Brenner (A13): Eine Machbarkeitsstudie prüft eine flexible, zeit-/verkehrsabhängige LKW-Maut am Brennerkorridor – konkrete Tarife oder Termine gibt es noch nicht.

🇨🇭 Schweiz: LSVA-Reform – E-LKW ab 2031 mit Rabatten

Die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) wird jährlich zum 1. Januar indexiert. Eine ursprünglich geforderte Erhöhung der Abgabesätze zum 1.1.2027 ist jedoch vom Tisch. Anfang Oktober 2026 hat das Parlament die LSVA-Weiterentwicklung verabschiedet (der Ständerat hatte die Vorlage im Juni 2026 mit 35:8 angenommen):

  • Bis Ende 2030: Elektrische und Wasserstoff-LKW bleiben vollständig von der LSVA befreit.
  • Ab 2031: Auch E-/H₂-LKW werden LSVA-pflichtig, erhalten aber degressive Rabatte: mindestens 70 % (2031), 50 % (2032), danach schrittweise sinkend bis 10 % (2035).
  • Planungssicherheit: Künftige Abklassierungen von Fahrzeugkategorien müssen sieben Jahre im Voraus angekündigt werden (bisher konnten sie die Abgabe von einem Tag auf den anderen um rund 15 % erhöhen).
  • Die bürgerliche Mehrheit lehnte weitergehende Verbesserungen ab; Branchenverbände und die SP warnen vor Einnahmeausfällen von bis zu 700 Mio. CHF für den Bahninfrastrukturfonds.

Für TollCalc: Die aktuelle LSVA-Tarifierung (inkl. Vollbefreiung für emissionsfreie LKW) gilt unverändert bis Ende 2030. Die Rabattstufen ab 2031 nehmen wir ins Regelwerk auf, sobald die definitive Gesetzesfassung und die jährlichen Sätze vorliegen.

🇫🇷 Frankreich: Konzessionen zum 1. Februar – R-PASS & Écotaxe ab 2027

Die französischen Autobahnbetreiber (SANEF, VINCI, APRR, Atlandes u. a.) passen ihre Tarife einheitlich zum 1. Februar an – zuletzt zum 1. Februar 2026. Der Anpassungstermin ist vertraglich festgeschrieben.

Zusätzlich führen die Regionen im Osten Frankreichs nach deutschem Vorbild eigene kilometerbasierte Abgaben für LKW ein (Umsetzung der loi 3DS, 525 km Straßen wurden 2025 vom Staat an die Regionen übertragen):

  • Alsace – R-PASS: Start 1. Januar 2027 (bestätigt). Gilt für alle Fahrzeuge über 3,5 t, auch ausländische und Transit. Tarife: Ø 15 Cent/km, Spanne 7–34 Cent/km, 32 Tarife nach Fahrzeug-/Emissionsklasse. Beschlossen Oktober 2025, umstritten (Transportverband hat Rechtsmittel eingelegt).
  • Grand Est – Écotaxe poids lourds: Umsetzung im Laufe 2027 geplant. Betroffene Achsen u. a. A31 (Hauptkorridor Luxemburg–Lothringen–Rhônetal), A30, A33, A313 sowie mehrere Nationalstraßen. Gilt für alle LKW über 3,5 t, auch Transit. Tarife noch in Ausarbeitung.

Relevant für Transit-LKW: Die A31 ist derzeit in unseren FR-Regeln mautfrei. Sobald Tarife und Strecken offiziell sind, ergänzen wir die Regionalabgaben (z. B. als Geofences, ähnlich dem R-PASS mit 32 Tarifen).

🇮🇹 Italien: Jährliche Anpassung zum 1. Januar

Die Tarife der italienischen Konzessionen (u. a. Autostrade per l'Italia, ITP) wurden zuletzt zum 1. Januar 2026 angepasst. Für die A55/A5 (ITP) gab es 2026 keine Erhöhung.

🇪🇸 Spanien: +2 % bis +4,68 % zum 1. Januar 2026

Zum 1. Januar 2026 hat das Verkehrsministerium die Tarife der staatlichen und privat konzessionierten Mautautobahnen aktualisiert:

  • Staatlich (SEITT): +2 %
  • Private Konzessionen: +3,64 % bis +4,68 %
  • Höchste Erhöhung (+4,68 %): AP-9 (Galicien: A Coruña–Vigo 20,45 → 21,40 €; Vigo–Ferrol 24,55 €), AP-46 (Costa del Sol) und ein AP-7-Abschnitt (Alicante–Cartagena)
  • +3,64 %: u. a. AP-6, AP-51, AP-61

Für die staatlich verwalteten Autobahnen (AP-2, AP-7, AP-41) gilt ab 2026 eine Deckelung der jährlichen Erhöhung auf maximal 2 %.

🇪🇺 EU: Rabattrahmen für emissionsarme LKW

Rat und Europäisches Parlament haben sich am 30. Juni 2026 auf präzisierte EU-Regeln für Maut und Nutzungsgebühren schwerer Nutzfahrzeuge geeinigt (Überarbeitung im Kontext der Eurovignetten-Richtlinie):

  • Maut-Rabatte bis zu 75 % möglich für emissionsarme (low-emission) LKW und Busse
  • Ziel: Harmonisierung und Rechtssicherheit für kilometerbasierte Mautsysteme und CO₂-Differenzierung in den Mitgliedstaaten

Die nationalen CO₂-Mautkomponenten (DE, AT, DK, BE, NL), die wir bereits abbilden, setzen diesen Rahmen um.

Weitere Länder im Überblick

Land Letzte bekannte Anpassung Nächste bekannte Anpassung
Polen 2026 (+4 bis +6,6 %) 1.1.2027 (jährlich)
Tschechien 1.1.2026 (Basis +1,5 %; CO₂-Komponente auf Straßen 1. Klasse +55–87 %) 1.1.2027 (jährlich)
Slowakei 1.7.2025 1.1.2027: Betreiberwechsel zu NDS (Neu-Registrierung)
Ungarn 1.1.2026 1.1.2027 (jährlich)
Rumänien 1.10.2026: TollRo (km-basiert) Dezember 2026 (jährliche TollRo-Anpassung)
Litauen 1.6.2026: Stopp Jahresvignetten; ab 1.1.2027 Via Toll (km-basiert) 1.1.2027 (Start Via Toll)
Bulgarien 1.6.2026: CO₂-Klassen in der km-Maut 1.1.2027 (jährlich)
Slowenien CO₂-Klasse seit November 2025 1.1.2027 (jährlich)
Kroatien 1.1.2026 1.3.2027: Crolibertas (Maut ohne Schranken)
Dänemark 2025 (km-basiertes System ab 12 t) 5.1.2027: Maut ab 3,5 t (Entwurf)
Island 9/2026: Brückenmaut Hornafjörður laufende Beobachtung
Serbien 1.1.2026 laufende Beobachtung

Hinweis: Die Termine basieren auf den offiziellen Quellen der jeweiligen Mautbetreiber und Behörden (Stand Oktober 2026). Nicht alle Länder veröffentlichen ihre Anpassungstermine im Voraus – TollCalc beobachtet die Quellen laufend und aktualisiert das Regelwerk, sobald Änderungen bekannt werden.

Ausblick: Bekannte Änderungen ab 2027

  • Rumänien: TollRo läuft ab 1.10.2026; erste jährliche Tarifanpassung im Dezember 2026.
  • Litauen: Via Toll startet am 1.1.2027 und ersetzt die Vignetten für gewerbliche Nutzfahrzeuge (Sätze veröffentlicht, s. o.).
  • Niederlande: Ab 1.1.2027 gelten +2,6 % (Diesel >32 t Euro 6: 20,6 ct/km, E-LKW: 4,0 ct/km); die endgültigen Beträge erscheinen im September/Oktober 2026 in der Staatscourant.
  • Frankreich – Alsace: R-PASS startet am 1. Januar 2027 (Ø 15 Cent/km, 32 Tarife). Grand Est-Écotaxe im Laufe 2027.
  • Dänemark: Ab 5.1.2027 gilt die km-Maut auch für Fahrzeuge ab 3,5 t (Entwurf vom 18.9.2026, Konsultation bis 16.10.2026). Sätze für 3,501–11,999 t: 0,78/0,70/0,62/0,41/0,13 DKK/km (CO₂-Klasse 1–5), Umweltzonen-Zuschlag +0,39/0,35/0,31/0,21/0,07; emissionsfreie Fahrzeuge von 3,5–4,25 t sind befreit. Ab 1.1.2028 soll das gesamte öffentliche Straßennetz (~75.000 km) erfasst werden. TollCalc hat die neue Klasse als Regelversion ab 5.1.2027 bereits eingebaut und die bisherige (falsche) Light-Berechnung korrigiert – bis 4.1.2027 gilt die Maut erst ab 12 t.
  • Schweiz: E-LKW bleiben bis Ende 2030 LSVA-befreit; ab 2031 degressive Rabatte (min. 70 % → 10 % bis 2035).
  • Kroatien: Crolibertas (MLFF, ohne Schranken) startet am 1.3.2027 auf dem gesamten Autobahnnetz (HAC, Bina Istra, Zagreb–Macelj); die Tarife bleiben unverändert.
  • Slowakei: Zum 1.1.2027 übernimmt die staatliche NDS den Mautbetrieb von SkyToll; Spediteure müssen Fahrzeuge neu registrieren und OBUs tauschen, das Tarifsystem bleibt gleich.
  • Österreich: Die verheimlichte Landesstraßen-Maut-Studie (2014/15, veröffentlicht 29.08.2026) sieht 650 Mio. €/Jahr aus einer Maut auf allen Landes-/Gemeindestraßen vor – noch nicht beschlossen, aber fachlich untermauert. Die Burgenland-Landesmaut ist abgesagt; stattdessen strengere Transitbeschränkungen, während für die B61a weiterhin eine Maut geprüft wird. Die Brenner-Studie läuft.
  • Bulgarien: CO₂-Klassen sind seit 1.6.2026 Teil der km-Maut; nächste reguläre Anpassung zum 1.1.2027.
  • Euro 7 (EU-weit): Die neue Abgasnorm für schwere Nutzfahrzeuge greift ab ca. 2028/2029 (neue Typgenehmigungen). In den niederländischen Tariftabellen ist dafür bereits die Klasse EURO 6+ vorgesehen.
  • Deutschland: Die Mautbefreiung für CO₂-Klasse 5 läuft bis 30.6.2031.

Wie TollCalc mit Mautänderungen umgeht

TollCalc speichert für jedes Land die geltenden Mautregeln mit Gültigkeitsdatum. Wird eine Änderung angekündigt (z. B. TollRo ab 1.10.2026 oder der niederländische Rabatt ab 1.9.2026), bauen wir die neuen Sätze im Voraus ein – ohne dass ein Deployment zum Stichtag nötig ist. Bei der Berechnung wird automatisch das Regelwerk verwendet, das zum gewünschten Fahrtzeitpunkt gültig ist. So können Sie auch künftige Routen (z. B. mit Fahrtdatum nach dem 1.10.2026) bereits heute korrekt kalkulieren.

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