LKW-Maut Frankreich: Das Péage-System
Kurzantwort: Ein 40-Tonnen-LKW zahlt in Frankreich im Schnitt 0,13–0,45 €/km, je nach Konzession und Abschnitt. Die Maut wird im geschlossenen System (Ticket + Schranke) erhoben und per Liber-t, Karte oder Bar bezahlt. Nationalstraßen sind mautfrei.
Frankreich betreibt eines der dichtesten mautpflichtigen Autobahnnetze Europas. Das französische Péage-System ist streckenabhängig: Gezahlt wird nur auf mautpflichtigen Autobahnabschnitten, die überwiegend von privaten Konzessionsgesellschaften betrieben werden. Für LKW-Transporte nach und durch Frankreich ist die Maut daher ein erheblicher Kostenfaktor – und je nach Route stark unterschiedlich: Ein vollbeladener 40-Tonnen-Sattelzug zahlt im Schnitt 0,13 bis 0,45 € pro Kilometer.
Wer betreibt die Mautstrecken?
Der französische Staat hat den Bau und Betrieb der meisten Autobahnen an private Konzessionäre vergeben. Die wichtigsten Betreiber sind:
- ASF (Autoroutes du Sud de la France) – Südwesten, Richtung Bordeaux, Toulouse, Montpellier
- APRR (Autoroutes Paris-Rhin-Rhône) – Osten, Richtung Dijon, Lyon, Genf
- Sanef – Norden und Osten, Richtung Lille, Straßburg
- Vinci Autoroutes (u. a. Cofiroute, Escota, Arcour) – Westen und Süden
Jede Konzession legt ihre Tarife selbst fest – deshalb unterscheiden sich die Kosten pro Kilometer zwischen den Regionen zum Teil deutlich.
Wie wird die Maut berechnet?
Die Maut wird an Mautstellen mit Schranken (Closed-System) erhoben: Bei der Einfahrt in den Abschnitt ziehen Sie ein Ticket, bei der Ausfahrt wird anhand der gefahrenen Kilometer abgerechnet. Der Preis hängt ab von:
- Fahrzeugklasse: LKW ab 3,5 Tonnen fallen in die Klassen 4 oder 5 (je nach Achszahl und Höhe)
- Gefahrener Strecke: Jeder Konzessionsabschnitt hat eigene Preise pro Kilometer
- Zahlungsart: Elektronische Erfassung (Liber-t) ist etwas günstiger als Barzahlung
Ein vollbeladener 40-Tonnen-Sattelzug zahlt auf französischen Autobahnen im Schnitt etwa 0,13 bis 0,45 € pro Kilometer – je nach Konzession und Abschnitt.
Wie zahlen LKW in Frankreich?
- Liber-t: Das elektronische Mautsystem für LKW und Busse. Eine OBU (On-Board Unit) öffnet die Mautspuren automatisch – ohne Anhalten. Pflicht für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf vielen Schnellspuren.
- Kreditkarte oder Bargeld an klassischen Mautstellen
- Telepass-artige Dienste für Flotten mit einem einzigen Anbieter für mehrere Länder (z. B. DKV, UTA, Eurotoll mit EETS)
Sondermauten: Tunnel und Brücken
Frankreich hat mehrere separate Sonderbauwerke mit eigener Pauschale pro Durchfahrt – zusätzlich zur normalen Autobahnmaut:
- Fréjus-Tunnel – Straßentunnel zwischen Frankreich und Italien (bei Modane), eine der wichtigsten Alpenquerungen.
- Mont-Blanc-Tunnel – Der berühmte Tunnel zwischen Chamonix und Courmayeur (Italien); für einen 40-Tonner kostet die Durchfahrt mehr als 140 €.
- Viaduc de Millau – Die weltbekannte Schrägseilbrücke auf der A75; Maut wird nur auf der Brücke erhoben.
- Tunnel Maurice-Lemaire (RN159) – Alpen-Transversale bei Sainte-Marie-aux-Mines, Pauschale pro Durchfahrt.
- Tunnel du Puymorens (RN20) – Pyrenäenübergang nahe Andorra, Pauschale pro Durchfahrt.
- Pont de Normandie (N1029) und Pont de Tancarville (N182) – Zwei Brücken über die Seine bei Le Havre mit eigener Maut.
Der TollCalc-Mautrechner berücksichtigt alle diese Sonderbauwerke automatisch in der Routenberechnung.
Mautfreie Alternativen
Nicht jede Verbindung in Frankreich ist mautpflichtig. Ein Großteil der Nationalstraßen (Routes nationales) und fast alle Département-Straßen sind mautfrei. Gerade auf Nord-Süd-Achsen lohnt sich der Vergleich: Ein Umweg über mautfreie Straßen kostet Zeit, spart aber oft erhebliche Mautgebühren – ein klassischer Fall für eine streckengenaue Mautrechnung vor Abfahrt.
Strafen bei Nichtbezahlen
Wer die Maut nicht bezahlt, muss mit folgenden Konsequenzen rechnen:
- Nacherhebung der Maut mit Gebührenaufschlag
- Bußgeld je nach Schwere – die Sanktionen für Mautbetrug können mehrere hundert Euro betragen
- Auf den Liber-t-Spuren ohne gültiges Gerät drohen zusätzliche Strafen des Betreibers
Ist die französische Maut steuerpflichtig?
Ja. Die französische Autobahnmaut ist eine mehrwertsteuerpflichtige Dienstleistung – die Tarife sind Bruttopreise inkl. 20 % MwSt.. Die MwSt. kann als Vorsteuer abgezogen bzw. im EU-Ausland über das Vorsteuer-Vergütungsverfahren erstattet werden. Details: Mehrwertsteuer bei der LKW-Maut.
Mautkosten für Ihre Frankreich-Route berechnen
Frankreichs Maut ist stark konzessionsabhängig – eine streckengenaue Berechnung mit dem TollCalc-Mautrechner verhindert böse Überraschungen.
→ Aktuelle Mautsätze & Mautrechner für Frankreich · → Route berechnen
Weiterführende Länder: Deutschland · Belgien · Spanien · Italien · Schweiz
Kostenbeispiele für typische Routen (40 t, Euro 6)
Die folgenden Beispiele zeigen die tatsächlichen Péage-Kosten für einen 40-Tonnen-Sattelzug mit Euro-6-Motor, berechnet mit dem TollCalc-Mautrechner:
| Route | Strecke | Maut |
|---|---|---|
| Paris → Lyon (A6) | 475 km | ca. 141 € |
| Lyon → Marseille (A7) | 315 km | ca. 86 € |
| Reims → Paris (A4) | 143 km | ca. 43 € |
Die französische Maut variiert stark nach Konzession – die Nord-Süd-Achsen (A6/A7) gehören zu den teuersten Strecken Europas. Tunnel und Brücken (Mont-Blanc, Fréjus, Millau) kommen bei entsprechenden Routen zusätzlich dazu.
Tipps für Spediteure in Frankreich
- Liber-t für Schnelligkeit: Mit der OBU für Liber-t nutzen Sie die schnellen elektronischen Spuren – und sparen bei vielen Konzessionen einen Rabatt gegenüber Barzahlung.
- Konzessionen vergleichen: Jede Konzession hat eigene Preise – die Route über eine andere Autobahn (z. B. A75 statt A6/A7) kann erheblich günstiger sein.
- Tunnel einplanen: Mont-Blanc (über 140 € für einen 40-Tonner), Fréjus, Millau und die Seine-Brücken kosten separat – auf Alpen- und Pyrenäenrouten ein fester Posten.
- Mautfreie Alternativen prüfen: Nationalstraßen (Routes nationales) sind meist mautfrei – bei Zeitpuffer lohnt sich der Vergleich.
- Vorsteuer geltend machen: Die 20 % MwSt. auf die Maut sind als Vorsteuer abziehbar (im Ausland über das Vergütungsverfahren).
Zahlen & Fakten zur französischen Maut
- Betreiber: private Konzessionäre (ASF, APRR, Sanef, Vinci)
- System: Closed-System mit Schranken (Ticket) + Liber-t
- Mautpflicht: mautpflichtige Autobahnen; Klassen 4/5 für LKW
- MwSt.: 20 % (Tarife brutto)
- Sondermaut: Fréjus, Mont-Blanc, Millau, Maurice-Lemaire, Puymorens, Normandie, Tancarville
Tarife im Überblick (2026)
Die französischen Tarife in EUR/km nach Betreiber und Fahrzeugklasse (Klasse 3 = 2-Achser, Klasse 4 = 3+ Achsen):
| Betreiber | Klasse 3 | Klasse 4 |
|---|---|---|
| APRR | 0,23 | 0,31 |
| ASF | 0,21 | 0,28 |
| AREA | 0,26 | 0,35 |
| Sanef | ca. 0,22 | ca. 0,30 |
Ein 40-Tonnen-Sattelzug (Klasse 4) zahlt also zwischen 0,28 und 0,35 €/km – je nach Konzession. Hinzu kommen die Pauschalen für Tunnel und Brücken (Mont-Blanc über 140 €, Fréjus ca. 101 €, Millau ca. 56 €).
Praxis-Tipps für den Alltag
- Liber-t-Konto anlegen: Das elektronische Mautsystem für LKW spart Zeit an den Mautstellen und ist bei vielen Konzessionen günstiger als Barzahlung.
- Konzessionsgrenzen beachten: Jede Konzession rechnet eigene Tarife ab – bei langen Fahrten können die Kosten pro Abschnitt stark variieren.
- Alpenrouten vergleichen: Mont-Blanc (über 140 €) vs. Fréjus (ca. 101 €) – je nach Ziel in Italien kann die Wahl des Tunnels Hunderte Euro ausmachen.
- Mautfreie Umwege prüfen: Auf Nord-Süd-Achsen spart ein Umweg über Nationalstraßen oft erheblich – bei Zeitpuffer lohnend.
- Belege für Vorsteuer: Die Péage-Rechnungen weisen 20 % MwSt. aus – für den Vorsteuerabzug (auch im Ausland) aufbewahren.
Rabatte und Vergünstigungen
Hinweis: Nutzerabhängige Rabatte sind in Europa die Ausnahme – der Tarif hängt meist nur von Fahrzeugdaten (Gewicht, Achsen, Euro-/CO₂-Klasse) ab. Wo Betreiber Rabatte anbieten, gelten sie je Konzession und sind an Bedingungen geknüpft. Stand: Oktober 2026; maßgeblich sind die Bedingungen des jeweiligen Betreibers.
| Rabattart | Verfügbar? | Details |
|---|---|---|
| Vielfahrer / Abo | Teilweise | Sanef „Fréquence+“: 30 % Rabatt ab 20 Fahrten/Monat auf eine gewählte Lieblingsstrecke (Sanef/Sapn, v. a. Pendler/Pkw). Ponts de Normandie/Tancarville: Abos Rivages/Tempo (Staffel: 1–20 Passagen 3,40 €, ab 21 2,80 €, ab 41 +0,20 €/Passage). Auf Autobahnen kein flächendeckender LKW-Rabatt. |
| Pkw | Teilweise | Sanef Fréquence+ (30 % ab 20 Fahrten/Monat), Badge-Aktionen und Brücken-Abos – siehe oben |
| Zahlungsart / Badge | Teilweise | Télépéage-Badges mit Aktionsangeboten: Bip&Go (Sanef) 6 Monate Abo gratis, Fulli (APRR) 12 bzw. 8 Monate gratis, Ulys (Vinci) 6 Monate gratis + 0 € in Monaten ohne Nutzung – Rabatt auf die Abo-Gebühr, nicht auf den km-Tarif |
| Emissions-/CO₂-Klasse | Nein | Tarif nach Fahrzeugklasse 4/5 (Achsen/Höhe) |
| Tageszeit | Teilweise | Einzelne Strecken staffeln nach Tageszeit, z. B. der Duplex A86 (Vinci, Pkw) mit günstigerem Off-Peak-Tarif; die Autobahn-Konzessionen selbst nicht. |
| Saisonal (Pkw) | Ja | Viaduc de Millau: Pkw im Sommer teurer (11,30 € → 13,80 €), LKW ganzjährig gleich (37,60/47,70 €) |
| Zeitlich befristet | Nein | – |
Betreiber (jeweils eigene Tarife): ASF, APRR, Sanef, Vinci (Cofiroute/Escota/Arcour), Atlandes, ATOSCA u. a. Brücken/Tunnel (Ponts de Normandie/Tancarville, Mont-Blanc, Fréjus, Millau) mit eigenen Tarifen – teils mit Abonnement-Rabatt für Vielfahrer.
FAQ
Wie viel kostet die LKW-Maut in Frankreich?
Im Schnitt 0,13 bis 0,45 €/km für einen 40-Tonnen-Sattelzug – je nach Konzession und Abschnitt. Tunnel und Brücken (Mont-Blanc, Fréjus, Millau) kosten zusätzlich.
Was ist Liber-t?
Das elektronische Mautsystem für LKW und Busse in Frankreich. Eine OBU öffnet die Mautspuren automatisch; Liber-t-Tarife sind etwas günstiger als Barzahlung.
Brauche ich für alle französischen Autobahnen Maut?
Nicht für alle: Ein Großteil der Nationalstraßen ist mautfrei. Die mautpflichtigen Autobahnen werden von privaten Konzessionären betrieben.
Ist die französische Maut mehrwertsteuerpflichtig?
Ja – die Tarife sind Bruttopreise inkl. 20 % MwSt., abziehbar als Vorsteuer.
Welche Tunnel-Sondermauten gibt es in Frankreich?
Fréjus, Mont-Blanc, Viaduc de Millau, Maurice-Lemaire, Puymorens sowie die Brücken Pont de Normandie und Pont de Tancarville.
Wie zahle ich die Maut mit einem ausländischen LKW in Frankreich?
Mit einer Liber-t-OBU, an klassischen Mautstellen per Kreditkarte oder Bargeld oder über einen EETS-Anbieter, der Frankreich abdeckt. Die elektronischen Spuren sind für LKW meist vorgeschrieben.
Welcher Tunnel ist für Italien-Routen günstiger – Mont-Blanc oder Fréjus?
Der Mont-Blanc-Tunnel kostet für einen 40-Tonner über 140 €, der Fréjus-Tunnel ca. 101 €. Je nach Ziel in Italien kann die Wahl des Übergangs mehrere Dutzend Euro ausmachen – der TollCalc-Mautrechner vergleicht beide Routen automatisch.
Sind die französischen Autobahnmauten in der MwSt. enthalten?
Ja – die Tarife sind Bruttopreise inkl. 20 % MwSt. Die MwSt. kann als Vorsteuer abgezogen bzw. im EU-Ausland über das Vorsteuer-Vergütungsverfahren erstattet werden.
Frankreich im europäischen Vergleich
Frankreich liegt mit ca. 0,28–0,35 €/km (Klasse 4) im oberen Mittelfeld der europäischen Mautländer. Die große Streuung zwischen den Konzessionen macht eine streckengenaue Berechnung besonders wichtig – der TollCalc-Mautrechner berücksichtigt die betreiberspezifischen Tarife automatisch.
Wie wirkt sich die Zahlungsart auf den Mautpreis aus?
Bei vielen Konzessionen sind die elektronischen Liber-t-Tarife etwas günstiger als Barzahlung. Zudem spart die OBU Zeit an den Mautstellen – für Flotten mit regelmäßigen Frankreich-Fahrten ein klarer Vorteil.
Welche Maut fällt auf Routen nach Spanien an?
Auf der A9 Richtung Perpignan und der A63 Richtung Biarritz gelten die Tarife der Konzessionen ASF/COFIROUTE. Hinzu kommen bei entsprechenden Routen Sondermauten wie der Viaduc de Millau – der TollCalc-Rechner kalkuliert beide automatisch.
Welche Fahrzeugklasse gilt für meinen LKW in Frankreich?
LKW ab 3,5 t fallen in die Klassen 4 oder 5, je nach Achszahl und Höhe. Die Klasse bestimmt den Tarif an den Mautstellen.
Ist Liber-t Pflicht für LKW?
Auf vielen Schnellspuren ja – die elektronische Erfassung mit OBU ist für LKW über 3,5 t vorgeschrieben, wenn sie die Liber-t-Spuren nutzen. An klassischen Mautstellen ist auch Barzahlung möglich.