LKW-Maut Deutschland 2026: Was kostet die Maut?
Kurzantwort: Ein 40-Tonnen-LKW zahlt in Deutschland 0,35–0,52 €/km (Euro 6, CO₂-Klasse 1), typisch rund 0,35 €/km. Die Maut gilt für Fahrzeuge über 3,5 t auf Autobahnen und mautpflichtigen Bundesstraßen und wird streckenabhängig über Toll Collect abgerechnet.
Die LKW-Maut in Deutschland kostet 2026 ca. 0,35–0,52 €/km (40 t, Euro-6, CO₂-Klasse 1) – für einen 40-Tonner auf einer typischen Autobahnstrecke rund 0,35 €/km. Abgerechnet wird streckenabhängig über Toll Collect (Free-Flow, keine Schranken), mautpflichtig sind alle Fahrzeuge über 3,5 t auf Autobahnen und mautpflichtigen Bundesstraßen.
Das Mautsystem in Deutschland
Betreiber des deutschen Mautsystems ist Toll Collect GmbH, die hoheitliche Aufsicht liegt beim Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM). Das System arbeitet nach dem Free-Flow-Prinzip: Fahrzeuge werden an Mautbrücken automatisch per GNSS oder Mikrowelle erfasst – keine Schranken, keine Wartezeit.
Mautpflichtig sind:
- Bundesautobahnen (A-Straßen) – vollständig
- Bundesstraßen (B-Straßen) – ausgewählte Abschnitte
- Kraftfahrstraßen auf Bundesebene
Landes- und Kreisstraßen sowie städtische Straßen sind grundsätzlich mautfrei.
Was kostet die LKW-Maut 2026?
Der Mautsatz hängt von vier Faktoren ab:
- Gewichtsklasse (3,5–7,5 t · 7,5–12 t · 12–18 t · über 18 t)
- Achszahl (über 18 t: 2–3, 4, 5+ Achsen)
- Euro-Schadstoffklasse (Euro 0–6)
- CO₂-Klasse (1–5, seit März 2024 Pflicht)
Mautsätze 2026 pro km (Euro-6, CO₂-Klasse 1, Quelle: Toll-Collect-Tarife seit 1.7.2024):
| Gewichtsklasse | Mautsatz ca. (Euro 6) |
|---|---|
| 3,5–7,49 t (Transporter/Sprinter) | 0,151 €/km |
| 7,5–11,99 t | 0,177 €/km |
| 12–18 t | 0,238 €/km |
| über 18 t, 2–3 Achsen | 0,303 €/km |
| über 18 t, 4 Achsen | 0,324 €/km |
| über 18 t, 5+ Achsen | 0,348 €/km |
Ältere Schadstoffklassen kosten deutlich mehr: Ein Euro-0-LKW (5+ Achsen) zahlt 0,516 €/km statt 0,348 €/km – die Spanne reicht damit von 0,15 bis 0,52 €/km.
CO₂-Klasse 1 (Standard-Diesel ohne Nachweis) ist der Fallback – wer keine bessere Einstufung bei Toll Collect nachweist, zahlt automatisch diesen Satz. Mit CO₂-Klasse 4 (nachweislich geringe Emissionen) sinkt der Satz z. B. für den 5-Achser auf 0,269 €/km. Elektrofahrzeuge (Klasse 5) sind bis 30. Juni 2031 von der Maut befreit.
Sonderfall 7,49 t: Fahrzeuge bis 7,49 t zulässiges Gesamtgewicht sind mit 0,151 €/km deutlich günstiger – deshalb sind viele 7,5-Tonner-Konfigurationen (z. B. 7,49-t-LKW mit Auflieger) in der Praxis beliebt, um die Maut zu reduzieren.
Beispiele: Was kostet eine Strecke?
Konkrete Mautkosten (berechnet mit tollcalc, 40 t / Euro-6 / CO₂-Klasse 1, Stand 28.08.2026):
| Strecke | km (mautpflichtig) | Maut |
|---|---|---|
| Hamburg → München | 786 km | 273,53 € |
| Frankfurt a. M. → Berlin | 551 km | 191,34 € |
| Stuttgart → Dortmund | 421 km | 146,44 € |
| Hamburg → München (18 t, 3 Achsen) | 786 km | 187,07 € |
Beispielrechnung Hamburg → München: 786 mautpflichtige km × 0,348 €/km ≈ 273 €. Ihre konkrete Route können Sie kostenlos berechnen.
Wie wird die Maut bezahlt?
- OBU (On-Board-Unit): Toll-Collect-Bordgerät, erfasst automatisch per GNSS – für Vielfahrer.
- App / Web-Einbuchung: für gelegentliche Fahrten, vor Fahrtantritt buchen.
- Kennzeichenerfassung: nur Notfallrückhalt, führt ohne Anmeldung zur Nacherhebung.
Wie läuft die Mautabrechnung ab?
Die Abrechnung hängt von der Zahlungsart ab:
- Mit OBU: Die Maut wird automatisch pro Fahrt erfasst und monatlich per Sammelrechnung abgerechnet. Das Toll-Collect-Mautkonto wird per Lastschrift oder Überweisung ausgeglichen – ideal für Speditionen mit vielen Fahrzeugen.
- Ohne OBU (Einzelbuchung): Die Maut wird sofort bei der Buchung über App oder Portal bezahlt – es gibt keine monatliche Abrechnung.
- Belege & Mautkonto: Über das Toll-Collect-Portal lassen sich alle Fahrten und Rechnungen einsehen und als Beleg exportieren – wichtig für die Betriebsprüfung und die Weitergabe an Kunden (Maut ist im Transportgewerbe üblicherweise ein durchgereichter Posten).
Ist die LKW-Maut absetzbar? (Steuer & MwSt)
Die LKW-Maut ist eine öffentlich-rechtliche Gebühr – es wird keine Umsatzsteuer (MwSt) ausgewiesen. Für Spediteure und gewerbliche Fuhrparkbetreiber ist sie trotzdem steuerlich relevant:
- Betriebsausgabe: Die Maut ist als Betriebsausgabe voll absetzbar – sie mindert den Gewinn.
- Durchreichen an Kunden: In der Speditionskalkulation wird die Maut üblicherweise als eigener Kostenposten ausgewiesen und an den Auftraggeber weitergereicht (häufig als „Mautanteil“ in der Frachtkalkulation).
Hinweis: Diese Informationen sind allgemeiner Natur und keine Steuerberatung – für den Einzelfall bitte den Steuerberater fragen.
Was passiert, wenn man die Maut nicht bezahlt?
Wer mautpflichtige Straßen ohne entrichtete Maut befährt, muss mit drei Konsequenzen rechnen:
- Nachträgliche Mauterhebung (Nacherhebung): Nach § 8 BFStrMG kann die Maut nachträglich per Bescheid erhoben werden – auch noch Wochen nach der Fahrt. Widerspruchsbehörde ist das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM).
- 500-km-Pauschale: Kann die tatsächlich gefahrene Strecke nicht festgestellt werden, wird pauschal eine mautpflichtige Strecke von 500 km zum jeweils höchsten Mautteilsatz angesetzt (Luftschadstoff-Kategorie F, höchste CO₂-Klasse). Das kann je nach Fahrzeugklasse schnell 200 € und mehr bedeuten.
- Bußgeld: Das Befahren ohne entrichtete Maut ist eine Ordnungswidrigkeit – das Bußgeld beträgt bis zu 240 € (Fahrer und/oder Halter).
Die Kontrolle erfolgt automatisch über Mautbrücken (Kennzeichenerfassung), mobile Kontrollen und stationäre Prüfstellen an Grenzübergängen – auch für ausländische Fahrzeuge. Wer ohne OBU oder ohne manuelle Buchung fährt, wird praktisch immer erfasst.
Tipp: Bei gelegentlichen Fahrten vor Fahrtantritt über die Toll-Collect-App einbuchen (dauert wenige Minuten). Bei regelmäßigen Fahrten lohnt die OBU – oder ein Routen-Check mit dem TollCalc-Mautrechner.
Wie viel der Transportkosten macht die Maut aus?
Die Maut ist nach Kraftstoff und Fahrerlohn die drittgrößte Kostenposition im Fernverkehr. Beispielrechnung für einen 40-Tonnen-Sattelzug (Planenauflieger) auf 100 km deutscher Autobahn (Euro-6, CO₂-Klasse 1):
| Kostenposition | Annahme | Kosten / 100 km |
|---|---|---|
| Kraftstoff (Diesel) | 1,90 €/L × 25 L/100 km | 47,50 € |
| Fahrerlohn | 20 €/h brutto + Arbeitgeberanteile ≈ 28 €/h, Ø 80 km/h | 35,00 € |
| Abschreibung Zugmaschine | 120.000 €, 5 J., Restwert 20 %, 120.000 km/Jahr | 16,00 € |
| Abschreibung Auflieger (Planen) | 55.000 €, 10 J., Restwert 15 %, 120.000 km/Jahr | 3,90 € |
| Maut | 0,348 €/km (40 t, Euro 6) | 34,80 € |
| Summe | 137,20 € |
Mautanteil: 34,80 € / 137,20 € ≈ 25 % der variablen Direktkosten auf deutschen Autobahnen. Auf internationalen Touren (z. B. Deutschland → Polen) fällt der Anteil niedriger aus, weil die Maut in Osteuropa günstiger ist – in Österreich (0,50 €/km) und der Schweiz dagegen höher.
Hinweis: Vereinfachte Direktkostenrechnung ohne Versicherung, Wartung, Reifen, Vignetten und Verwaltungskosten – der reale Mautanteil an den Gesamtkosten liegt dadurch etwas niedriger (~20–25 %).
Sonderbauwerke: Die mautpflichtigen Tunnel in Deutschland
Zusätzlich zur Streckenmaut gibt es in Deutschland zwei privat betriebene Mauttunnel für den Straßenverkehr. Sie werden separat von der Toll-Collect-Maut bezahlt und erscheinen in der TollCalc-Berechnung als eigener Posten (interaction: replace):
Offizielle Quellen
- Toll Collect – Offizielle Website
- BALM – Bundesamt für Logistik und Mobilität
- BFStrMG § 8 – Nachträgliche Mauterhebung (gesetze-im-internet.de)
- Herrentunnel Lübeck – Tarife
- Warnowtunnel Rostock – Preise
- Live-Mautregeln für Deutschland (Tariftabellen & Quellen je Regel)
Rabatte und Vergünstigungen
Hinweis: Nutzerabhängige Rabatte sind in Europa die Ausnahme – der Tarif hängt meist nur von Fahrzeugdaten (Gewicht, Achsen, Euro-/CO₂-Klasse) ab. Wo Betreiber Rabatte anbieten, gelten sie je Konzession und sind an Bedingungen geknüpft. Stand: Oktober 2026; maßgeblich sind die Bedingungen des jeweiligen Betreibers.
| Rabattart | Verfügbar? | Details |
|---|---|---|
| Vielfahrer / Abo | Nein | kein Vielfahrer- oder Mengenrabatt bei Toll Collect |
| Pkw | Nein | Autobahnen für Pkw mautfrei; nur private Tunnel (Warnow-, Herrentunnel) mit eigenen Tarifen |
| Zahlungsart | Nein | OBU, App, Terminal oder Tankkarte (DKV/UTA) – identischer Preis |
| Emissions-/CO₂-Klasse | Ja | CO₂-Klassen 2–5 senken den Satz; BEV (Klasse 5) zahlen keinen CO₂-Anteil (befreit bis 30.06.2031); Euro-Klasse wirkt zusätzlich |
| Tageszeit | Nein | – |
| Zeitlich befristet | Nein | – |
Betreiber: Bund (Toll Collect). Private Tunnel wie Warnowtunnel und Herrentunnel Lübeck erheben eigene Tarife und bieten teils Rabattkarten/Abos für Vielfahrer – direkt beim Betreiber.
FAQ
Ist die Maut in Deutschland für 3,5-t-Transporter Pflicht?
Nein – die Mautpflicht beginnt bei einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen. Kleinere Transporter sind mautfrei.
Was kostet 1 km LKW-Maut in Deutschland 2026?
Für einen 40-Tonner (Euro-6, CO₂-Klasse 1) ca. 0,35–0,52 €/km, je nach Achszahl und CO₂-Klasse. Kleine Fahrzeuge (7,5–12 t) zahlen weniger, etwa ab 0,30 €/km.
Was passiert, wenn ich die Maut in Deutschland nicht bezahle?
Es droht die nachträgliche Mauterhebung per Bescheid (§ 8 BFStrMG). Kann die Strecke nicht festgestellt werden, wird pauschal eine mautpflichtige Strecke von 500 km zum höchsten Satz angesetzt – dazu kommt ein Bußgeld von bis zu 240 €.
Wie hoch ist der Mautanteil an den Transportkosten?
Bei einem 40-Tonner auf deutschen Autobahnen rund 25 % der variablen Direktkosten (Kraftstoff, Fahrer, Abschreibung, Maut) – nach Diesel und Fahrerlohn die drittgrößte Kostenposition.
Gibt es in Deutschland mautpflichtige Tunnel?
Ja – den Herrentunnel in Lübeck (5,20–12,10 € je nach Achszahl) und den Warnowtunnel in Rostock (5,50–13,00 €). Sie werden separat von der Toll-Collect-Maut direkt am Tunnel bezahlt. Der Elbtunnel in Hamburg ist dagegen mautfrei.
Was kostet die Maut für einen 7,49-Tonner?
Fahrzeuge bis 7,49 t zulässiges Gesamtgewicht zahlen 2026 ca. 0,151 €/km (Euro 6, CO₂-Klasse 1) – rund die Hälfte eines 40-Tonners. Deshalb sind 7,49-t-Konfigurationen im Nahverkehr beliebt.
Wie wird die LKW-Maut abgerechnet?
Mit OBU automatisch pro Fahrt und monatlich per Sammelrechnung vom Toll-Collect-Mautkonto. Ohne OBU wird die Einzelbuchung sofort über App oder Portal bezahlt. Alle Belege lassen sich im Toll-Collect-Portal exportieren.
Was ist die CO₂-Klasse und warum ist sie wichtig?
Seit der Mautreform vom 1. März 2024 ist die CO₂-Komponente Pflichtbestandteil. Fahrzeuge werden in 5 Klassen eingeteilt – Klasse 1 (Standard) ist der teuerste Bereich; Klasse 5 (Elektro/Wasserstoff) ist bis 30.06.2031 mautbefreit. Ohne aktiven Nachweis gilt automatisch Klasse 1.
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