LKW-Maut Schweiz: Die LSVA

Kurzantwort: Ein 40-Tonnen-LKW zahlt in der Schweiz rund 0,9 CHF/km (Euro 6) – und zwar auf dem gesamten Straßennetz, nicht nur auf Autobahnen. Die LSVA wird per OBU (BAZG) nach Kilometern, Gewicht und Emissionsklasse abgerechnet.

Die Schweiz ist unter den europäischen Mautsystemen ein Sonderfall: Statt einer Autobahngebühr erhebt sie die LSVA – leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe. Anders als in Deutschland oder Frankreich wird die Maut auf dem gesamten Straßennetz berechnet – nicht nur auf Autobahnen. Für LKW-Transporte in die Schweiz ist das einer der wichtigsten Kostenfaktoren überhaupt – und mit rund 0,9 CHF/km für einen 40-Tonner auch einer der teuersten in Europa.

Für wen gilt die LSVA?

Die LSVA gilt für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht – inländische wie ausländische. Sie wird auf allen öffentlichen Straßen der Schweiz erhoben, auch auf Kantons- und Gemeindestraßen. Es gibt praktisch keine mautfreien Ausweichrouten: Jeder Kilometer Schweizer Straße ist abgabepflichtig.

Wie wird die LSVA berechnet?

Die Formel ist im europäischen Vergleich einzigartig:

Maut = gefahrene Kilometer × zulässiges Gesamtgewicht × Tarif (je nach Emissionsklasse)

Drei Faktoren entscheiden also über den Preis:

  1. Strecke: Jeder Kilometer auf Schweizer Straßen zählt – auch mautfreie „Ausweichrouten" gibt es praktisch nicht
  2. Gewicht: Das zulässige Gesamtgewicht geht direkt in die Rechnung ein
  3. Emissionsklasse: Euro 6 Fahrzeuge zahlen den niedrigsten Tarif, ältere Klassen deutlich mehr

Für einen vollbeladenen 40-Tonnen-Sattelzug mit Euro 6 liegt der Satz bei rund 0,9 CHF pro Kilometer – damit gehört die Schweiz zu den teuersten Mautländern Europas. Bei 300 km Transitstrecke sind das schnell über 250 CHF.

Wie wird die LSVA erhoben?

Die Erfassung erfolgt elektronisch über eine OBU (On-Board Unit), die in allen mautpflichtigen Fahrzeugen eingebaut sein muss. Sie übermittelt Position und Fahrtdaten automatisch an das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG). Ohne funktionierende OBU drohen Bussen.

Für ausländische Fahrzeuge, die nur gelegentlich in die Schweiz fahren, gibt es die Möglichkeit, die Fahrt vorab über das BAZG-Portal zu deklarieren (Vorauszahlung).

Vignette und Sondermauten

Die Schweizer Autobahnvignette (CHF 40–100) gilt nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen – für LKW ist sie nicht relevant. Zusätzliche Tunnelgebühren entfallen: Die LSVA deckt die gesamte Straßennutzung inklusive aller Tunnel ab – auch der Gotthard-Straßentunnel wird über die LSVA abgegolten, es gibt keine separate Tunnelgebühr für LKW.

Strafen bei Nichtbezahlen

Das BAZG kontrolliert die LSVA über stationäre Kontrollstellen und automatische Erfassung:

  • Nachzahlung der Abgabe für alle nicht deklarierten Fahrten
  • Ordnungsbussen für fehlende oder defekte OBU – die Bussen können je nach Schwere erheblich ausfallen
  • Falschdeklaration (z. B. falsches Gewicht oder falsche Emissionsklasse) wird als Abgabenhinterziehung behandelt und kann zu Strafverfahren führen

Wichtig: Die LSVA muss auch für Fahrten von und zu grenznahen Verladeorten vollständig entrichtet werden – es gibt keine Freigrenze für kurze Strecken.

Ist die Schweizer Maut steuerpflichtig?

Nein. Die LSVA ist eine lenkungsabgabepflichtige Abgabe und nicht mehrwertsteuerpflichtig – es fällt keine Schweizer MwSt. auf die Maut an. Es gibt entsprechend auch keinen Vorsteuerabzug auf die LSVA. Für andere Schweizer Betriebsausgaben kann eine MwSt.-Rückerstattung nur über Gegenseitigkeitsabkommen (13. Richtlinie) beantragt werden. Details: Mehrwertsteuer bei der LKW-Maut.

Sondermauten: Tunnel und Brücken

Die LSVA deckt alle Schweizer Straßen ab – es gibt keine separaten Tunnel- oder Brückenmauten für LKW. Auch der Gotthard-Straßentunnel (A2) und der San-Bernardino-Tunnel sind in der LSVA enthalten.

Mautkosten für Ihre Schweiz-Route berechnen

Die LSVA-Berechnung ist komplex (Gewicht × km × Tarif). Der TollCalc-Mautrechner übernimmt das automatisch – inklusive korrekter Gewichts- und Emissionsklassen.

→ Aktuelle LSVA-Sätze & Mautrechner für die Schweiz · → Route berechnen

Weiterführende Länder: Deutschland · Österreich · Frankreich · Italien

Kostenbeispiele für typische Routen (40 t, Euro 6)

Die folgenden Beispiele zeigen die tatsächlichen LSVA-Kosten für einen 40-Tonnen-Sattelzug mit Euro-6-Motor, berechnet mit dem TollCalc-Mautrechner:

Route Strecke Maut
Basel → Zürich 96 km ca. 86 €
Zürich → Bern 135 km ca. 123 €
Bern → Genf 160 km ca. 146 €

Die Beispiele zeigen eindrucksvoll: Die Schweiz ist das teuerste Mautland Europas – rund 0,90 €/km für einen 40-Tonner. Schon kurze Transitstrecken kosten dreistellige Beträge.

Tipps für Spediteure in der Schweiz

  • OBU zwingend: Ohne funktionierende OBU drohen Bussen – die Montage sollte vor der ersten Fahrt erfolgen.
  • Gewicht korrekt angeben: Die LSVA berechnet nach zulässigem Gesamtgewicht – falsche Angaben gelten als Abgabenhinterziehung.
  • Keine mautfreien Ausweichrouten: Anders als in anderen Ländern gibt es in der Schweiz praktisch keine mautfreien Alternativen – das gesamte Netz ist abgabepflichtig.
  • Keine MwSt. auf die Maut: Die LSVA ist eine Abgabe ohne Schweizer MwSt. – keinen Vorsteuerabzug einplanen.
  • Transit kalkulieren: Wer von Deutschland nach Italien fährt, muss die Schweizer Durchquerung (z. B. Gotthard) realistisch einkalkulieren – sie gehört zu den teuersten Abschnitten Europas.

Zahlen & Fakten zur Schweizer Maut

  • System: LSVA – leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe
  • Erhebung: auf dem gesamten Straßennetz (nicht nur Autobahnen!)
  • Berechnung: km × zulässiges Gesamtgewicht × Tarif (Emissionsklasse)
  • MwSt.: keine (Abgabe)
  • Sondermauten: keine – LSVA deckt auch Tunnel ab (Gotthard etc.)

So kommt der hohe Preis zustande

Die LSVA-Tarife liegen je Tonne und Kilometer zwischen 0,0218 CHF (Euro 5/6) und 0,0306 CHF (Euro 0–2):

Emissionsklasse CHF pro t und km bei 40 t
Euro 0–2 0,0306 ca. 1,22 CHF/km
Euro 3 0,0273 ca. 1,09 CHF/km
Euro 4–6 0,0218 ca. 0,87 CHF/km

Weil das zulässige Gesamtgewicht direkt in die Formel eingeht, skaliert der Preis linear: Ein 40-Tonner zahlt doppelt so viel wie ein 20-Tonner. Genau deshalb ist die Schweiz für schwere Sattelzüge das teuerste Transitland Europas – auf der Strecke Basel–Mailand (rund 300 km in der Schweiz) fallen schnell 250–280 CHF an.

Praxis-Tipps für den Alltag

  • OBU früh bestellen: Die Montage der OBU dauert und muss vor der Einreise erfolgen – bei grenzüberschreitenden Fahrten rechtzeitig planen.
  • Gewichtsklasse realistisch wählen: Die LSVA berechnet nach zulässigem Gesamtgewicht – die Angabe muss zur Zulassung passen.
  • Vorauszahlung für Einzelfahrer: Wer nur gelegentlich in die Schweiz fährt, kann Fahrten vorab über das BAZG-Portal deklarieren – ohne feste OBU.
  • Kosten pro km kalkulieren: Mit rund 0,87 CHF/km (40 t, Euro 6) gehört die Schweiz zu den teuersten Transitländern – die Durchquerung realistisch einplanen.
  • Kein MwSt.-Abzug: Die LSVA ist eine Abgabe ohne MwSt. – den vollen Betrag als Kostenposition einplanen.

Rabatte und Vergünstigungen

Hinweis: Nutzerabhängige Rabatte sind in Europa die Ausnahme – der Tarif hängt meist nur von Fahrzeugdaten (Gewicht, Achsen, Euro-/CO₂-Klasse) ab. Wo Betreiber Rabatte anbieten, gelten sie je Konzession und sind an Bedingungen geknüpft. Stand: Oktober 2026; maßgeblich sind die Bedingungen des jeweiligen Betreibers.

Rabattart Verfügbar? Details
Vielfahrer / Abo Nein kein Vielfahrerrabatt der LSVA
Pkw Nein Autobahn-Vignette (CHF 40/Jahr); keine Rabatte
Zahlungsart Nein OBU (BAZG) – identischer Tarif
Emissions-/CO₂-Klasse Ja Emissionsklasse (Euro) bestimmt den Satz; emissionsfreie LKW sind bis Ende 2030 befreit, ab 2031 gelten degressive Rabatte (min. 70 % → 10 % bis 2035)
Tageszeit Nein –
Zeitlich befristet Nein –

Betreiber: BAZG (Bund).

FAQ

Was kostet die LSVA für einen 40-Tonner?

Rund 0,9 CHF pro Kilometer für einen Euro-6-Sattelzug – die Schweiz ist damit eines der teuersten Mautländer Europas.

Gilt die LSVA nur auf Autobahnen?

Nein – die LSVA gilt auf dem gesamten öffentlichen Straßennetz der Schweiz, einschließlich Kantons- und Gemeindestraßen.

Wie bezahle ich die LSVA?

Über eine OBU (On-Board Unit) oder eine Vorausdeklaration über das BAZG-Portal für gelegentliche Fahrten.

Gibt es Tunnel-Sondermauten in der Schweiz?

Nein – die LSVA deckt alle Straßen inklusive aller Tunnel ab. Auch der Gotthard-Tunnel hat keine separate LKW-Gebühr.

Ist die LSVA mehrwertsteuerpflichtig?

Nein – die LSVA ist eine Abgabe ohne Schweizer MwSt. Es gibt keinen Vorsteuerabzug auf die LSVA.

Wie wird die LSVA für ausländische Fahrzeuge erhoben?

Ausländische LKW benötigen eine OBU oder müssen Fahrten vorab über das BAZG-Portal deklarieren. Die Abgabe wird in Schweizer Franken abgerechnet – die Grenzbehörden kontrollieren die Erfassung bei der Einreise.

Warum ist die LSVA so viel teurer als die deutsche Maut?

Die LSVA wird auf dem gesamten Straßennetz berechnet (nicht nur Autobahnen) und hängt direkt vom Gewicht ab. Bei 0,87 CHF/km für einen 40-Tonner liegt sie um ein Vielfaches über dem deutschen Satz von ca. 0,35 €/km.

Kann ich die Schweizer LSVA von der Steuer absetzen?

Die LSVA ist eine Abgabe ohne MwSt. – als Betriebsausgabe ist sie selbstverständlich abzugsfähig, aber es gibt keinen Vorsteuerabzug wie bei mehrwertsteuerpflichtigen Mauten in der EU.

Was kostet ein Transit von Deutschland nach Italien durch die Schweiz?

Für die rund 300 km Schweizer Strecke (z. B. via Gotthard) zahlt ein 40-Tonnen-Sattelzug ca. 250–280 CHF LSVA. Dazu kommen die deutschen und italienischen Mautanteile – der TollCalc-Mautrechner berechnet die Gesamtkosten der Route automatisch.

Wie kontrolliert die Schweiz die LSVA?

Das BAZG nutzt stationäre Kontrollstellen, mobile Kontrollen und die automatische Erfassung der OBU. Fahrzeuge ohne gültige Erfassung werden bei der Einreise angehalten – Nachzahlungen und Bussen sind die Folge.

Gibt es Rabatte oder Ermäßigungen bei der LSVA?

Ermäßigungen gibt es nur über die Emissionsklasse (Euro 6 = niedrigster Tarif). Gewichts- oder Mengenrabatte gibt es nicht – die Abgabe ist strikt leistungsabhängig.

Hinweis zur Routenplanung: Aufgrund der hohen LSVA-Kosten lohnt sich für jede Schweiz-Durchquerung ein Routenvergleich – insbesondere zwischen dem Gotthard-Korridor (A2), der für viele Ziele die kürzeste Verbindung ist, und Umfahrungen über Frankreich oder Österreich. Der TollCalc-Mautrechner vergleicht die Gesamtkosten einschließlich Maut und Strecke automatisch und hilft so, die wirtschaftlichste Transitroute zu finden.

Zusammenfassend gilt: Die LSVA ist teuer, aber transparent – wer die Formel (km × Gewicht × Tarif) und die Emissionsklassen kennt, kann die Kosten präzise kalkulieren. Der TollCalc-Mautrechner übernimmt die gesamte Berechnung automatisch.

Warum ist die Schweiz so teuer für LKW?

Die LSVA wird auf dem gesamten Straßennetz berechnet und hängt vom Gewicht ab – ein 40-Tonner zahlt rund 0,87 CHF/km. Zudem gibt es keine mautfreien Ausweichrouten.

Gibt es eine Vignette für LKW in der Schweiz?

Nein – die Schweizer Autobahnvignette gilt nur für Fahrzeuge bis 3,5 t. LKW zahlen ausschließlich die LSVA.

Quellen